
Auf die Schiffe ihr Philosophen ! - Das Buch Kant und das Problem der Metaphysik -so sagt man uns, sei Heideggers Auseinandersetzung mit dem Neukantianismus (Marburgscher Prägung, der große Führer (Zitat Natorp) war Hermann Cohen, dessen Nachfolger Natorp war). Dies ist eine zwiespältige Aussage, hat Ernst Cassirer, der das Erbe des Neukantianismus antrat, eine Bewegung wie diese abgestritten... Wie auch immer: es ist eine bare Unterschätzung des Textes, diesen nur als eine Retour zu lesen. Vielmehr überdenkt Heidegger im Anschluss an Kant, wie Metaphysik überhaupt möglich sei, Kant hat diese wichtige Frage in seiner berühmten Kritik der reinen Vernunft aufgeworfen. Ohne hier das Ergebnis diskutieren zu können, begibt sich Heidegger auf diese Fährte und bringt erstaunliches zu Tage: zum Beispiel bei der Diskussion des Kantischen Zeitbegriffs: hier legt Heidegger (meines Wissens nach als erster) den doppelten Boden des Zeitbegriffs bei Kant frei. Oder in dem Kapitel über die transzendentale Einbildungskraft: hier scheint er sich selbst zu überholen, dieser dritte Teil scheint das Hauptinteresse der Schrift zu sein. Jedenfalls ist die Schlagkraft des Heideggerschen Denkens selten so stark gewesen wie hier.Als Vorraussetzung zum gewinnbringenden Studium sollte man die Hauptthesen aus Kants Kritik der reinen Vernunft kennen - dann ist es ein Vergnügen, einem Seefahrer der Philosophie bei seiner Entdeckungsarbeit zuzuschauen.